Faszien Rollen ist mir zu schmerzhaft!

Unsere Yoga-Lehrerin sagte beim Dehnen und Rollen immer „Fühl den Wohlfühlschmerz“ und versuch dich zu entspannen, aber was ist den noch ein „gesunder“ Schmerz und was nicht mehr?

Grundsätzlich gehen wir hier wiederum von gesunden, verletzungsfreien Personen aus.

Faszienrollen liegt voll im Trend, jeder Rollt und anscheinend ist es da Heilmittel für fast alles. Aber es gilt wie bei überall das noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, und es Zeit und Übung braucht die richtigen Stellen und auch die Auswirkungen und Ursachen für Schmerzen herauszufinden. Zudem gilt die Aussage von Aristoteles „Die Dosis macht das Gift“ denn auch zu viel Rollen kann schädlich sein, und nicht alle Stellen sollten gerollt werden.

Wir gehen hier im weiteren aber nur auf zwei wesentliche Punkte ein.

  • Wie erkenne ich die richtige Stelle?
  • Welcher Schmerz ist noch ertragbar bzw. wie fühlt sich ein „gesunder“ Schmerz an?

Wie erkenne ich die richtige Stelle

Es ist noch kein Experte vom Himmel gefallen, oder wie Herr Doktor Rolf Schlatt auf dem Funktional Fitness Summit 2015 sagte, „Faszien sind noch so neu und unbekannt, da könnte alles was ich ihnen jetzt sage morgen schon „falsch“ sein“ – Zwar hat sich schon sehr viel getan auf  dem Sektor trotzdem ist jeder Körper etwas anderst, und es braucht so die individuelle Erfahrung von dir selbst um sagen zu können es ist die richtige Stelle oder nicht.

Indikatoren für die richtige Stelle können sein:

  • Nachlassen von Anspannungen
  • Nachlassen von Schmerzen
  • verstärktes Wohlbefinden
  • verbesserte Beweglichkeit
  • weniger Schmerzen in der Gelenkendstellung
  • Gefühl von Erleichterung, Wärme und Lockerung

Habt ihr nun die scheinbar richtige Stelle gefunden, aber es tut beim Rollen immer noch unerträglich weh, und ihr fragt euch, muss das sein, oder

Welcher Schmerz ist noch ertragbar bzw. wie fühlt sich ein „gesunder“ Schmerz an?

Wir kennen es Alle, den Foamroller aufgelegt oder den Triggerball angesetzt und kaum das Gewicht drauf verlagert und Ihr habt das Gefühl „ein Messer steckt in eurem Rücken“ oder an der Stelle wo das Hilfsmittel aufliegt.

Das kann bedeuten „Rollen verboten“, z.B. in gewissen Weichteilgewebe Bereichen oder direkt auf Gelenken wo generell nicht gerollt werden sollte, oder eben alles perfekt die Verspannungen lösen sich auf und das Wohlbefinden tritt ein.

Einmal kann man sagen wenn der Schmerz nicht spürbar nach ca. 20 Sekunden nachlässt, und keine normal Atmung (Siehe Beitrag „breathing“) möglich ist solltest du die Stelle meiden.

Ansonsten wie unterscheide ich gute Schmerzen von schlechten Schmerzen?

Das ist leider abhängig von vielen Faktoren, letztendlich muss jeder entscheiden  was aushaltbar ist und was nicht. Schmerz ist eine vom Körper angewendete Schutzmethode zu signalisieren „etwas stimmt nicht“ (Verletzung, Verspannung etc.)

Hier ein paar Punkte für die Differenzierung von Gut und Böse:

Böser Schmerz:

  • Es schmerzt sowohl beim wie nach dem Rollen
  • Körper verkrampft sich
  • keine Atmung mehr möglich
  • Taubheitsgefühl oder elektrische Kribbeln der Nerven
  • Blaue Flecken treten auf
  • Extremer Muskelkater am Tag danach

Guter Schmerz:

  • Sanftes Wärmegefühl breitet sich in der gerollten Zone aus.
  • Beweglichkeit verbessert sich
  • Schmerz lässt nach
  • Ein Entspannungsgefühl breitet sich aus

Um Fortschritte bzw. Schmerzen besser für dich greifbar zu machen verwende deine individuelle Borg-Skala (Beispiel für Belastungsempfinden).

Viel Erfolg und Spass bei deiner Selbstmassage

Quellen:
Roll dich fit (Jill Miller)
Functional Fitness Summit 2017
Bild: Fitforfun Webpage

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