Um so breiter das Fundament im Kindesalter gelegt wird um so stabiler werden alle weiteren Stockwerke im Alter sein, und um so leichter können Übungen später wieder gelernt oder erlernt werden.
In den letzten Jahren als Handballtrainer, Fitness Coach und aufmerksamer Beobachter im Alltag ist mir aufgefallen unsere Kinder werden immer Dicker, Fauler und Tollpatschiger.
Beispiel 1: Nachbarskind macht Selfie
Unsere Nachbarstochter macht (versucht) ein „Sprungselfie“ – fällt aber immer bei der Landung hin, bzw. schafft es überhaupt nicht hoch genug zuspringen bzw. den Sprung richtig zu timen.
Beispiel 2: Kind frägt Trainer, „schwitze ich heute“?
Kind vor dem Training: „Trainer“ schwitze ich heute?
Trainer: Ja das kann beim Training passieren!!
Kind: „Ok“ dann gehe ich wieder heim!
Diese Situationen haben mich sehr beschäftigt und tun es noch, darum
dazu ein wenig Literatur und weitere Informationen!
Starten wir mit einem Warum untersucht man die Entwicklung überhaupt?
Entwicklung von Kinder (Springer)
nun Hängen wir uns am Begriff "Motorik" auf,
und gehen nach dessen Entwicklung über die Jahre vor:
Der Begriff Motorik bezeichnet die Gesamtheit aller Bewegungsabläufe des menschlichen Körpers. Es werden dabei Grob- und Feinmotorik unterschieden. Grobmotorik umfasst die Bewegungen von Kopf, Schulter, Rumpf, Becken, Armen und Beinen. Die Bewegung von Fingern, Zehen und Gesicht zählen zum fein-motorischen Bereich.

Nun verwenden wir den Begriff „Motorik“ sowie die Entwicklungsstufen um Anhand dieser Stufen auf Probleme und „Changen“ auf Weiterentwicklung aufzuzeigen.
Die Entwicklungsstufen und "Changen"
Die motorische Entwicklung beginnt bereits vor der Geburt. Bereits ab der 8. Schwangerschaftswoche können Reflexe und spontane Bewegungen des Kindes beobachtet werden (z. B. gähnen, räkeln, strampeln). Mit voranschreitender Schwangerschaft nehmen auch die Aktivitäten des Ungeborenen zu.
Bis 15 Monate
Im Kleinstkindalter (bis 15 Monate) schreitet die Entwicklung der Motorik sehr rasch voran. Die wichtigste Fähigkeit, welche in dieser Zeit vom Kind erlernt werden muss, ist die selbständige Fortbewegung. Auch das Greifen ist eine weitere wichtige Funktion, die in diesem Alter erlernt wird.
Hier fangen die Probleme aber schon an, oft sind die aus der beruflichen Karriere getriebenen Eltern so fokussiert, ihr Kind müsse schneller und besser sein wie andere Kinder. „Mein Kind wollte nicht krabbeln oder hat gleich das laufen gelernt“, sind dann so Sprüche! – Eine ungarische Studie beweißt aber dass diese Eltern zu bemitleiden sind.
15 Monate bis 3 Jahre
Im Kleinkindalter (15 Monate bis 3 Jahre) kann es durch den selbständigen Gang die Umgebung erforschen. Dem Kinderwagen entsprungen werden die noch unsicheren Bewegungen in dieser Zeit flüssiger und stabiler. Außerdem kommen neue Bewegungsformen hinzu, z. B. Treppe steigen, balancieren, springen, tragen.
3 Jahre bis 6 Jahre
Die Vorschulzeit (3-6 Jahre) ist gekennzeichnet durch ein beschleunigtes Muskelwachstum woraus sich eine Zunahme von Kraft und Ausdauer ergibt.
Die tapsigen Bewegungen des Kleinkindes verschwinden vollständig. Das Kind wird geschickt und wendig, deshalb sind Bewegungs- und Geschicklichkeitsspiele in dieser Zeit besonders beliebt. Der Gleichgewichtssinn ist etwa mit 5 Jahren ausgeprägt und das Kind kann dann Rollerfahren, Fahrradfahren, Inlinerfahren.
Auch die immer präziser angewendete Feinmotorik kann gut an der Malbewegung beobachtet werden. Diese wird zunächst von großen Muskeln gesteuert und wird vom Arm ausgeführt (großflächige Bilder), dann aber können die Malbewegungen immer besser geseuert werden und das Kind malt vom Unterarm aus, so dass kleinere Elemente gemalt werden können.
Schulkind (6-12 Jahre)
Das Schulkind (6-12 Jahre) muss eine besondere motorische Leistung erbringen, das Schreiben. Hier muss das Schulkind lernen, nicht aus dem Unterarm, sondern aus dem Handgelenk zu schreiben, was durch das häufige Üben in vorerst großen Zeilen schnell erlernt werden kann.
Nun stellt sich die Frage, wie ein Kind optimal zu beschäftigen ist, damit es seine motorischen Fähigkeiten weiter entwickeln kann. Denn schließlich möchte es seine Fähigkeiten testen und sich bewegen. Schon in diesem frühen Alter können sich Kinder langweilen, durchaus aggressives Verhalten zeigen und möchten beschäftigt werden.
Langeweile wird durch Quengeln ausgedrückt, was mitunter eine Herausforderung für die Erziehenden darstellen kann. Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Kind zu beschäftigen und sein Bewegungsverhalten zu fördern.
Stimmt die Motorik im jeweiligen Alter des Kindes nicht, sollte man einen Arzt konsultieren. Oft genügen bereits einige wenige Übungsabläufe um die geschwächten Regionen im Gehirn anzuregen. In der Regel weiß der Kinderarzt welche Übungen hilfreich sind und zumeist können derartige Übungen auch von zuhause aus durchgeführt werden.

Quellen: Kindererziehung.com Weineck Vortrag Sport & Erziehung 2017 Initiative Tägliche Sportstunde ASVÖ Bewegungsinitiative 2018/2019 ASVÖ Workshops (Kindererziehung, Bewegung und Coaching etc.) 2016-2018 Institut für Frühpädagogik Bayern


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