von Christian Simonsen von TSV Bayer Dormagen
Wer einmal Torhüter war, bzw. immer noch ist wird diese Übungen kennen und mit etwas Verstand auch schätzen, warum Sie einen Mehrwert bieten. Natürlich gibt es viele weitere sehr gute Übungen, auch bleibt es dann den Vorlieben und Fähigkeiten des Torhüters bzw. seinem Trainer überlassen, wie oft und ob diese Übungen eingesetzt werden.
Viel Spaß beim üben 🙂
1. Fußballtennis
Wir zocken selbst oft Fußballtennis zum Aufwärmen. Es macht nicht nur unglaublich Spaß, sondern fördert die Koordination und Reflexe. Es hilft auch, um zu lernen, den Ball gezielt mit der Fußinnenseite zu spielen – das ist für das Torwartspiel natürlich hilfreich.
Der Aufbau ist einfach: Stellt eine Bank in die Mitte und begrenzt ein kleines Feld – die Größe richtet sich danach, ob ihr 1:1 oder 2:2 spielt. Wir spielen oft bis zum zweiten Gewinnsatz. Und, was als Nebeneffekt nicht zu verachten ist: Es ist wichtig, dass junge Spieler gut kicken können – das spielt in Seniorenteams eine große Rolle.
2. Reflextraining mit Markierungsplättchen
Diese Übung mit Markierungsplättchen ist eine tolle Schulung für Reflexe. Der Torhüter steht auf der Torlinie, mit Blick in Richtung Tor. Der Werfer steht auf dem Sechs-Meter-Kreis und hat acht bis zehn Plättchen in der Hand. Auf ein akustisches Signal dreht sich der Torhüter um und soll das geworfene Markierungsplättchen abwehren.
Der Torwart muss sofort nach der Drehung den Fokus auf das Plättchen finden, da sie flattern und in der Luft abdrehen, ist das ein gutes Training. Es ist dabei wichtig, den Körper „in den Ball“ zu schieben und nicht nur mit einem Arm zu versuchen, das Plättchen abzuwehren. Die Würfe können entweder einzeln erfolgen oder in Dreierserien.
3. Schulung der klassischen Torwartbewegungen
Die Schulung der klassischen Torwartbewegungen darf nicht zu kurz kommen. Diese Übung ist geeignet, um gezielt in die Ecken zu arbeiten. Ein Schaumstoffbalken – oder, bei älteren Spielern, eine Hürde – wird vor dem Tor platziert, leicht versetzt zur Mitte, damit ein Schritt zum Darübersteigen und ein weiterer Schritt, um in die Ecke zu gehen, reichen. Die Ecke soll mit diesem letzten Schritt komplett dicht gemacht. werden; das heißt, es ist wichtig, dass der Torhüter wirklich mit dem ganzen Körper in die Ecke geht.
Die Bälle – entweder Handbälle bei Neulingen, bei Fortgeschritten können auch Tennisbälle mit Tennisschlägern geschlagen werden – werden erst oben, dann halb, dann unten platziert – und am Ende geht es darum, die Seite komplett dicht zu machen. Ein Hinweis: Es soll dabei immer die klassische Handball-Torwartbewegung erfolgen und kein „Fliegen“ wie beim Fußball. Gerade bei jüngeren Spielern kann es sein, dass das aktiv korrigiert werden muss.
Außerdem ganz wichtig: Das ist keine Ausdauerübung! Es geht darum, die maximale Bewegung auszuführen; das ist nicht möglich, wenn man zehn- oder zwanzigmal über den Balken bzw. die Hürde gehetzt wird. Ich habe früher immer wieder Einheiten erlebt, wo viel zu viele Wiederholungen den Effekt zunichte gemacht haben.
Ich würde daher fünf Wiederholungen plus/minus pro Seite empfehlen. Dabei darf der Torwart natürlich ermüden, das ist im Spiel nicht anders, aber die Bewegung soll bis zum Ende maximal sein! Außerdem sollte es erlaubt werden, sich nach jeder Wiederholung entspannt auf die andere Seite zu bewegen. So wechseln sich aktive Belastung und Ruhephasen ab.
Quelle:
Text: https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-1-150443.html
Titelbild: Heinz J. Zaunbrecher


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