für Erwachsene, nicht nur seit Corona ein Thema.
Was ist Medienkompetent?
Eine Definition lautet: Der Sinn und Zweck von Medienkompetenz für Erwachsene ist, die Menschen zu befähigen Bedrohungen durch falsche Nachrichten, Cybermobbing, Radikalisierung und Internetkriminalität zu erkennen und dem nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Sie sollten befähigt werden, diesen Problemen entgegenzutreten und sie zu überwinden. [Bisovsky]
Eine weitere Variante ist von Baakes, denn er schreibt:“ Media literacy has more to do with education than with the media. Teaching with media is not media literacy, it is teaching about media. Media production is not media literacy; although media literacy should include media production, media literacy is not bashing the media, it is also criticising the media. Media literacy means thinking critically.„
Warum braucht es Medienkompetenz?
Medienkompetenz in der Erwachsenenbildung ist ein Thema, das in den vergangenen Jahren weitgehend vernachlässigt wurde. Angesichts der Rolle, die Medien für uns Menschen heute als Quelle von Informationen, als Mittel für soziale Interaktion und als wichtige Grundlage zur politischen Meinungsbildung einnehmen, ist dies nicht leicht verständlich.
Mit der Diskussion um die Themen wärend der Corona Pandemie hinsichtlich der Effekte wie Filterblasen, die enorme Verbreitung von Falschmeldungen und auch von Hasssmeldungen/Postings bis zu Sozialem Mobbíng bzw. dem ganzen Thema Home-Schooling hat Medienkompetenz – oft unter den Begriffen der digitalen Kompetenz oder der Informationskompetenz, vermehrt Beachtung erhalten.
Dazu passend ein etwas satirisches Video mit viel Wahrheitsgehalt, wie schlecht es um unsere Erwachsenbildung bzw. ´Medienkompetenz im Bildungsbereich steht.
Nach wie vor liegt der Fokus in der Auseinandersetzung mit Medienkompetenz oder Medienbildung vornehmlich auf Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche. Dies bestätigte 2016 die EU-weite Analyse von Praktiken und Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz der audiovisuellen Beobachtungsstelle des Europarates. Die AutorInnen kamen zum Schluss, dass nur in sehr wenigen Ländern Medienkompetenzangebote zu finden sind, die sich an Erwachsene richten.
Wie erlernen wir „Erwachsenen“ M-kompetenz?
Die Fähigkeit zum kritischen Medienhandeln gewinnt grundsätzlich an Bedeutung für Lernen, Demokratieverständnis und Gemeinschaftsentwicklung. Die Erwachsenenbildung ist gefordert, sich mit den Auswirkungen und Herausforderungen des Medienwandels infolge der Digitalisierung auseinanderzusetzen.
Kleine Portionen und aktives Gestalten
Ulrike Domany-Funtan, Generalsekretärin von fit4internet, sieht Microlearning als wichtiges Element, um in Sachen Medienkompetenz am Ball zu bleiben: „Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), können sich heute nicht leisten, ihre Mitarbeiter*innen tagelang auf Fortbildung zu schicken. Da muss die Bildung in den Betrieb kommen“, sagt sie in ihrem Interview.
Medienkompetenz wird auch erworben, wenn Menschen selbst Medieninhalte gestalten, so Mario Friedwagner vom Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) in einem weiteren Interview. So könne ein Gefühl dafür entstehen, dass es für die Meinungsbildung einen Unterschied macht, was in einer Erzählung betont oder ausgelassen wird.
Generationenübergreifend, regelmäßig und beim gemeinsamen Kaffee
Auch generationenübergreifendes Lernen habe sich bewährt, heißt es im Interview mit Mario Friedwagner. Denn oft seien die Jüngeren technikaffin; und die Älteren bringen das reflexive Momentum ein. Im Beitrag fallen zentrale Stichworte für den Erfolg: Niederschwelligkeit, Alltagsnähe und spielerisches Lernen.
Wie Aspekte von Medienkompetenz im Alter erlernt werden können, erläutert auch Edith Simöl, Leiterin des Projekts „Digitale Senior:innen“ am Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation. Hierbei sei es wichtig zu verstehen, wie Lernen im Alter funktioniert: Kürzere Lerneinheiten und mehrmaliges Wiederholen seien relevant. Erfolgreich seien Angebote vor allem dann, wenn sie wohnortnah sind und gemeinsame Aktivitäten beinhalten, wie z.B. ein gemeinsames Kaffeetrinken nach dem Kurs. Wichtig seien auch Regelmäßigkeit und Kontinuität: „Menschen, die nicht im Weiterbildungs-Flow sind, brauchen immer wieder Anreize, bis sie sich entscheiden einen Kurs zu besuchen“, so Simöl. Das sei eine Erfahrung aus geförderten Projekten, erzählt sie: „Da fängt es gerade an zu laufen und die Zielgruppe wäre am Sprung – nur dann ist die Projektförderung aus und die Angebote enden“.
Mehr Informationen erhaltet ihr im Medienkompetenz-Bericht 2022 vom der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH in Österreich, dort teilen die oben genannten Fachleute noch mehr ihrer Erfahrungen und Einschätzungen, zum Thema.
Link zum Medienkompetenz Bericht 2022
Quellen:
SozialMediaKurs WIFI
Workshop „Richtig Bloggen“ – Firma
Bundesministerium für Soziales Schweiz
Stiftung für Medienkompetent Bayern




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